Leser vertrauen Printmedien

30/05/2017

Informationen aus Printmedien werden als vertrauenswürdiger eingestuft als Informationen aus den Onlineangeboten der entsprechenden Medienmarke. Dies ergibt eine vom Verein „Haus der Pressefreiheit“ erstellte Meta-Analyse zur Mediennutzung und Medienbewertung der deutschen Bevölkerung.

Die umfassende Untersuchung zur Glaubwürdigkeit von Medien und Medienkanälen zeigt, dass den regionalen Tageszeitungen die höchste Glaubwürdigkeit zugesprochen wird, gefolgt von den überregionalen Zeitungen, den Nachrichtenmagazinen und dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen.

Interessante Ergebnisse zeigt die Analyse zur Einschätzung der Glaubwürdigkeit in Abhängigkeit vom Kanal. So schenken Leser einer Nachricht, die in einem Printmedium erschienen ist, mehr Vertrauen als einer Nachricht, die in der Onlineversion derselben Medienmarke erschienen ist. Die subjektive Wahrnehmung von Glaubwürdigkeit hängt offenbar nicht nur vom Informationsabsender ab, sondern auch vom Kommunikationskanal.

Dies zeigt sich an der Bewertung der Onlineangebote von Zeitschriften und Zeitungen: Nur jeder Vierte der 1.458 Befragten hält Inhalte aus den  Onlineangebote der Zeitschriften und Zeitungen für vertrauenswürdig. Den entsprechenden Printmedien der gleichen Medienmarke vertrauen die Menschen stärker:  55 Prozent (Nachrichtenmagazine) bzw. 66 Prozent (Lokalzeitungen). Die Glaubwürdigkeit hängt also nicht nur von der Medienmarke ab, sondern auch von der medialen Plattform, über die Inhalte transportiert werden. Hier bevorzugen Leser deutlich die gedruckte Version.

Die über 100-seitige Meta-Analyse des Vereins „Haus der Pressefreiheit“ basiert unter anderem auf Daten des Instituts für Demoskopie Allensbach, der Media-Analyse von b4p. Ein wichtiges Thema bei der Analyse, war die Frage, ob Nachrichten derselben Quelle hinsichtlich der Glaubwürdigkeit unterschiedlich wahrgenommen werden, wenn diese über unterschiedliche Kanäle verbreitet werden.